IF Open - InterFace AG

Kunst & InterFace AG

12. Juli 2013

Eine Software-Lösung von InterFace hat dem Medienkünstler Wolf Nkole Helzle bei seinem Projekt „Homo universalis“ sehr geholfen. Getestet hat Wolf Helzle die Software ja schon bei unserem fachlichen IF-Forum „Craftsmanship“ am 13. Juni. Einfach auf Video klicken, dann kann man das Ergebnis inklusive einer kleinen Erläuterung sehen. Jetzt kam es zum ersten großen Einsatz in Münsingen. Und unser System hat hervorragend funktioniert!

Hier die Pressemitteilung des Künstlers zum Abschluss seines Projektes:

P R E S S E M I T T E I L U N G

HOMO UNIVERSALIS – das Gesicht des Biosphärengebiets ist da!

Mit 1000 portraitierten Besucherinnen und Besuchern beendete Medienkünstler Wolf Nkole Helzle sein Projekt „Homo universalis“ im Rahmen der INTERIM Biennale im alten Lager von Münsingen.

Münsingen. 16 Tage dauerte das Kunstspektakel im Herzen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb und das temporäre Atelier von Wolf Nkole Helzle war täglich von 11 bis 18 Uhr für alle Besucher geöffnet. Jeden Abend berechnete er mit einer eigens dafür entwickelten Software den aktuellen Stand des Gesamtportraits. Es waren 16 Tage voller spannender Gespräche über das Wesen der menschlichen Natur zwischen Individualität und Kollektiv, zwischen Selbstbild und Gesamterscheinung. Es gab viele Fragen und Vermutungen über die Entstehung des Bildes, über sich durchsetzende Signifikanzen, über Geschlecht und Alter dieses Biosphärenwesens, über die Häufigkeit von Brillenträgern und woher wohl diese Offenheit und Freundlichkeit käme.

Von 1000 Besuchern nahm Helzle zuerst ein individuelles fotografisches Portrait, welches direkt gedruckt wurde. Signiert und nummeriert kam es anschließend in den Besitz der Portraitierten, welche sich aus allen Altersgruppen zusammensetzten. Alle Fotoabzüge wurden im Interimsatelier zudem säuberlich an einer Wand befestigt, welche sich im Laufe der Zeit füllte und eine Übersicht gab sowohl über die Besucher, als auch über die am Gesamtportrait gleichberechtigt Beteiligten.

Die speziell für dieses Projekt entwickelte Software aus dem Hause InterFace AG, Unterhaching bei München, ermöglicht es dem international tätigen Künstler, nun ganze Regionen mit hunderten und tausenden von Personen zu einem Gesicht zu vereinen.

Das Gesicht des Biosphärengebiets kann in verschiedenen Formaten erworben werden (www.helzle.com).

Münsingen, den 8.7.2013
Social Media Art Wolf Nkole Helzle
Schloßberg 1 D-72525 Münsingen
fon_+49 7384 959 72 89
mobil_+49 170-188 71 40
mail@helzle.com
www.helzle.com
www.interactive-image.org

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Die Installation des Homo universalis im Gebäude BT23 des alten Lagers mit den Einzel- und der Projektion des Gesamtportraits (Foto: Luca Siermann)

HOMO UNIVERSALIS_Helzle_02

Helzle´s Interimsatelier während der Biennale (Foto Claudio Hils)

HOMO UNIVERSALIS_Helzle_01

“Homo universalis – wir geben dem Biosphärengebiet ein Gesicht”
von Wolf Nkole Helzle, 2013

RMD

Die InterFace AG sorgt dafür, dass das Nervensystem unseres Planeten funktioniert. Gemeinsam mit vielen anderen Unternehmen und Menschen versuchen wir Informationstechnologie zum Nutzen der Menschen zu bauen, betreiben und anzuwenden.

So könnte man unser Betätigungsfeld formulieren.

 

In unserem Logo befindet sich ein Gesicht. Das soll zeigen, dass der InterFace AG Menschen und ihre Gesichter wichtig sind und ist ein guter Grund, jedes Jahr ein Gesicht auszuwählen. Dieses Gesicht soll zu einem Menschen gehören, der ein besonderes Jubiläum wie z.B. einen runden Geburtstag hat und eine relevante Person der Zeitgeschichte war oder ist.

Ob Erfinder, Künstler, Philosophen, Schriftsteller, Technologen, Unternehmer, Schauspieler usw., Menschen in vielen Rollen sind denkbar. Die ausgewählte Person soll über einen für unsere Zwecke passenden Bekanntheitsgrad verfügen und einen gewissen Einfluss auf unsere Gesellschaft oder unser Leben gehabt haben. Und selber ein reichhaltiges Leben geführt haben, das sich zu erforschen lohnt.

Mit diesem Gesicht, sprich der Person dahinter und ihrem Kontext, wollen wir uns dann in in unseren IF-Foren und in unseren „sozialen Medien“ (FB, IF-Open) beschäftigen.

Das muss nicht heißen, dass wir uns mit dieser Person als Unternehmen oder gar persönlich identifizieren sollen oder gar müssen. Im Gegenteil, die Auseinandersetzung mit der Person darf und soll durchaus auch kritisch sein.

Mit dieser Art von „anderem Marketing“ wollen wir für die InterFace AG mehr Sichtbarkeit gewinnen, ohne uns aber groß selbst darzustellen oder „beweihräuchern“. Denn überzeugen wollen wir nicht mit Sprüchen sondern mit unserer Arbeit.

Für 2013 hatten wir Jean Paul (Richter) ausgewählt. Er hat in diesem Jahr einen sehr runden Geburtstag – 250 Jahre. Der Schriftsteller ist eine geschichtlich spannende Persönlichkeit mit vielen Gesichtern. So haben wir bei Jean Paul eine Menge Interessantes gefunden. Die Beschäftigung mit ihm hat sich gelohnt. Bis zum Ende 2013 werden wir weiter von ihm und seiner Zeit berichten, in unseren Medien wie in den beiden verbleibenden IF-Foren.

Günstig bei Jean Paul war, dass es einen Verein gab, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, anlässlich des runden Geburtstag von Jean Paul gebührend an dessen Werk zu erinnern. In Kooperation mit dem Jean-Paul-Verein gelang es uns, unsere Reichweite beträchtlich zu erhöhen.

Jetzt suchen wir das Gesicht für 2014!

Wir suchen wieder eine Person, mit der es sich lohnt, sich zu beschäftigen und die es möglich macht, Interessantes zu identifizieren. Wie schon gesagt: Es muss kein Gesicht sein, mit dem wir uns alle identifizieren können. Das wird eh nicht möglich sein. Vielmehr geht darum, Zeit und Dinge in der Beschäftigung mit einem Menschen zu ergründen und dabei Neues zu erfahren.

Die Auswahl ist groß, hier als Vorschlag eine Liste möglicher Gesichter:

  • Carl von Ossietzky (* 3. Oktober 1889 – 125. Geburtstag) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Pazifist. Ossietzky erhielt 1936 rückwirkend den Friedensnobelpreis für das Jahr 1935.
  • Rafael Kubelík (* 29.06.1914 – 100. Geburtstag) – Schweizer Dirigent und Komponist tschechischer Herkunft, von 1961 bis 1979 war er Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.
  • Richard Strauss (* 11.06.1864 in München – 150. Geburtstag) – Komponist (Salome, Elektra, Der Rosenkavalier, Also sprach Zarathustra …), Dirigent, Theaterleiter und Kämpfer für das Urheberrecht.
  • Christoph Willibald Gluck (* 02.07.1714 in der Oberpfalz – 300. Geburtstag) – einer der bedeutendsten Opernkomponisten der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Le Cinesi, Orfeo ed Euridice, Alceste …), Schöpfer einer modernen „Reformoper“.
  • Louis de Funès (* 31.07.1914 – 100. Geburtstag) – französischer Schauspieler und Komiker
  • Galileo Galilei (* 15.02.1564 – 450. Geburtstag) – italienischer Philosoph, Mathematiker, Physiker und Astronom, der bahnbrechende Entdeckungen auf mehreren Gebieten der Naturwissenschaften machte
  • Leonard Cohen (* 21.09.1934 – 80. Geburtstag) – kanadischer Dichter und Schriftsteller, Sänger und Komponist (Songs of Leonard Cohen, Songs from a Room, Songs of Love and Hate, New Skin for the Old Ceremony, So long Marianne)
  • Juri Gagarin (* 09.03.1934 – 80. Geburtstag) – sowjetischer Kosmonaut und 1961 der erste Mensch im Weltraum.
  • William Shakespare (* 23.04.1564 – 450. Geburtstag) – englischer Dramatiker und Dichter
  • Charly Chaplin (* 16.04.1889 – 125. Geburtstag) – britischer Komiker, Schauspieler, Regisseur, Komponist und Produzent, zweimaliger Oscar-Preisträger.
  • Max Weber (* 21.04.1864 – 150. Geburtstag) – deutscher Soziologe, Jurist, National- und Sozialökonom, einer der Klassiker der Soziologie sowie der gesamten Kultur- und Sozialwissenschaften.
  • Mark Zuckerberg (* 14.05.1984 – 30. Geburtstag) – US-amerikanischer Unternehmer, Facebook-Gründer.
  • Antoine Joseph (Adolphe) Sax (* 06.11.1814 – 200. Geburtstag) – belgischer Instrumentenbauer, Musiker und der Erfinder des Saxophons
  • Henri de Toulouse-Lautrec (* 24.11.1864 – 150. Geburtstag) – französischer Maler und Grafiker des Post-Impressionismus, berühmt v.a. durch seine Plakate, die er unter anderem für das Pariser Varieté Moulin Rouge am Montmartre anfertigte.
  •  Tina Turner (Anna Mae Bullock) (* 26.11.1939 – 80. Geburtstag) – US-amerikanische Sängerin (What’s Love Got to Do with It, We Don’t Need Another Hero, The Best, Goldeneye …) und Schauspielerin, mit über 180 Millionen verkauften Tonträgern eine der weltweit erfolgreichsten Sängerinnen.
  • Walther Nernst (* 25.06.1864 – 150. Geburtstag) – Physiker und Chemiker , Nobelpreis 1920 (dritter Hauptsatz der Wärmelehre), auf den noch zu Lebzeiten ein wunderbarer satirischer Nachruf geschrieben wurde.

Weiter nicht so ganz runde Geburtstage in 2014 haben der Erfinder des Telefons Philipp Reis (Kommunikation) und Gottlieb Daimler (Mobilität). Beide feiern ihren 180. Geburtstag.

Interessant könnte auch der Autor Sir Aldous Huxley sein, ein Humanist, Pazifist und Satiriker, der „Brave New World“ geschrieben (* 26. Juli 1894 – 120. Geburtstag) oder Julius Robert von Mayer (* 25.11.1814 – 200. Geburtstag) – ein Physiker und Arzt, der den ersten Hauptsatz der Thermodynamik beschrieben hat.

Oder Ludwig Eduard Boltzmann (* 20.02.1844 – 170. Geburtstag) – ein Physiker und Philosoph, der unter anderem die Statistische Mechanik begründete und einen besonderen Leitspruch hatte, der mir natürlich ganz besonders gut gefällt:
Bring vor, was wahr ist;
schreib so, dass es klar ist.
Und verficht’s, bis es mit dir gar ist!

Wir finden in 2013 auch interessante Jubiläen jenseits von Geburtstagen:

  • 1824 – vor 190 Jahren veröffentlichte Nicolas Léonard Sadi Carnot seinen Kreisprozess
  • 1844 – vor 170 Jahren bestimmte dann auf der Basis von Mayers Hauptsatz  James Prescott Joule das Wärmeequivalent
  • 1854 – vor 160 Jahren formulierte Clausius den Wirkungsgrad und damit den 2. Hauptsatz der Wärmelehre und den Begriff Entropie
  • (von 1861 bis) 1864 arbeitete der schottische Physiker James Clerk Maxwel die nach ihm benannten Gleichungen
  • 1864 – vor 150 Jahren veröffentlichte Clausius seine „mechanische Wärmelehre I“
  • 1864 – 150 Jahre Maxwell-Gleichungen (Elektromagnetismus)
  • 1894 – vor 120 Jahren gründete u.a. auch Nernst die Deutsche Bunsen-Gesellschaft

All diese Fakten haben Kollegen bei InterFace recherchiert und an mich herangetragen. Vielen Dank dafür! Und man sieht, es gibt viele interessante Menschen mit Jubiläen in 2014. Und es fällt nicht leicht, sich zu entscheiden.

Meine persönliche Bewertung:

In 2014 wollen wir kein düsteres Gesicht haben. Mein erster sehr persönlicher Favorit war Carl von Ossietzky. Er ist für mich sogar ein „deutscher Held“. Nur war sein Umfeld dunkel und unerfreulich. Zum 30-jährigen Jubiläum der InterFace hätte ich aber lieber ein fröhlicheres Gesicht.

Charly Chaplin und Leonard Cohen haben mir aus diesem Grunde besser gefallen. Wie auch ein origineller deutscher Wissenschaftler wie z.B. Walther Nernst.

Marc Zuckerberg ist für mich auch eine Überlegung wert. Er steht für Facebook und Facebook für social media. Das Internet verändert die Welt und Marc hat da seinen Beitrag geleistet. Auch wenn er ein noch verblüffend junger Mann ist. Und er wird 2013 genauso alt wie unser Unternehmen. Man sagt ihm nach, dass er absolut unverständliche Utopien formuliert. Das würde mich nicht stören. Um ihn herum ließe sich viel aufbauen.

Aber auch ein Klassiker wie Galileo oder ein Komiker wie Louis de Funès könnte es sein.

Kurz gesagt:

Ich weiß nicht weiter!
Jetzt möchte ich aber bis Ende Juni eine Entscheidung haben.

Welche Person nehmen wir?
Denn wir müssen rechtzeitig mit den Vorarbeiten beginnen. Die sind Verbündete gewinnen, Recherchieren, Themen und Referenten suchen, eine graphische Grundlinie entwickeln und vieles mehr.

Vor allem will auch die Geister nicht spalten und polarisieren.
Da gab es im Vorfeld schon viel zu viel Leidenschaft in mancher E-Mail. Deshalb bitte ich um zahlreiche Rückmeldungen zu den genannten Möglichkeiten. Vielleicht taucht ja dabei auch noch der „perfekte Kandidat“ auf, der noch gar nicht auf meiner Liste steht?

Also versuche ich es mal mit Crowd-Sourcing!
Meine Bitte mitzumachen, richtet sich nicht nur an alle KollegInnen sondern auch an alle, die der InterFace AG freundschaftlich gesonnen sind oder uns gerne unterstützen wollen. Oder auch nur Spaß an dem Thema haben!

Besonders freue ich mich über Rückmeldungen von jungen Menschen. Denn letzten Endes arbeiten wir für die Zukunft! Und da schätze ich zwar die Erfahrung der älteren Generation, das Urteil der jungen Generation liegt mir aber ganz besonders am Herzen!

Die einfachste Form der Rückmeldung ist, einen Kommentar abzulegen. Die Diskussion führe ich gerne öffentlich. Also Mut und Fleiß aufbringen und schreiben! Und ich bin mir sicher, dass uns etwas einfallen wird, wie wir uns bedanken können.