IF Open - InterFace AG

InterFace im Juni

27. Juli 2014

Roland CEO Vor kurzem haben wir unser Jubiläum mit einem wunderschönen Fest gefeiert. Ich bin stolz darauf, dass die InterFace AG über mehr als dreißig Jahre eine auf Vertrauen basierende Kultur im Innern gelebt und nach Außen getragen hat.

Mein Ziel war und ist es, dass die Menschen bei der InterFace AG auf Augenhöhe für ein gemeinsames Ziel wirken können. Dass InterFace ein Unternehmen ist und bleibt, das auf Kooperation und nicht auf Konkurrenz setzt. Dass sich geschäftliche Entscheidungen nicht nur am „Shareholder Value“ sondern auch am Gemeinwohl messen lassen müssen.

Mir ist und war es immer wichtig, dass die Zusammenarbeit im Unternehmen wie auch mit Kunden und Partnern auf Respekt und Achtung basiert. Dass die InterFace AG ein Unternehmen ist, das sich in seinen Entscheidungen an „gesundem Menschenverstand“ orientiert. Und so als ein lebendiges, agiles, schlankes und transparentes Unternehmen durch die Zeit geht.

Genauso wichtig ist es, dass die InterFace AG am Markt erfolgreich ist und immer wieder gutes Geschäft entwickelt. Denn nur auf der Basis eines soliden Geschäfts ist es möglich, ein Unternehmen nachhaltig am Leben zu erhalten. Ich bin überzeugt, dass eine konstruktive Unternehmenskultur und gesundes Geschäft kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig stärken – und auch dem Kunden nutzen.

In weiten Bereichen von Gesellschaft und Wirtschaft dagegen scheint eine „konstruktive Kultur“ immer mehr ökonomischen Zwängen und übertriebener administrativer Regulierung untergeordnet zu werden. Die eindimensionale kaufmännische Bewertung nimmt verbreitet zu, die Dogmatik des flachen Kosten-Sparens dominiert, Sachzwänge und Prozesse regieren, die kollektive und persönliche Zertifizierung hat Vorrang.

Energie wird so vermehrt nicht für konstruktive Ziele eingesetzt, Kraft und Kreativität werden verschwendet. Diese Ökonomisierung greift in fast allen Bereichen unseres Lebens ein, nur zu oft werden die Menschen im wesentlichen als Ressourcen betrachtet.

Ich freue mich, dass es uns bei der InterFace AG gelungen ist, in diesem Sinne ein besonderes Unternehmen zu sein. Alle Vorstände der InterFace waren den von mir genannten Zielen ehrlichen Herzens verpflichtet. „Hinter den Kulissen“ wurde intensiv über den Weg gerungen, mit dem der besondere Charme der InterFace AG  in dieser sich ändernden Umwelt erhalten und gleichzeitig der wirtschaftliche Erfolg gesichert werden kann.

Eine wesentlich unterschiedliche Bewertung, die sich wie so oft in solchen Situationen  immer weiter verhärtete, führte zu unüberbrückbaren Gegensätzen im Vorstand. Die überwiegend vorhandene Gemeinsamkeit ging verloren und es gelang im Vorstand nicht den für Handlungsfähigkeit notwendigen Konsens zu finden. Diese braucht das Unternehmen auch deshalb dringend, da ich am Jahresende in den Aufsichtsrat wechseln werde.

Um die Einigkeit im Vorstand und damit die Handlungsfähigkeit des Unternehmens sicher zu stellen, hat der Aufsichtsrat der InterFace AG nach gründlichster Prüfung und in enger Abstimmung mit mir entschieden, meinen langjährigen Weggefährten Thomas Vallon mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres von seinen Aufgaben als Vorstand der InterFace AG zu entbinden.

Thomas Vallon und ich hatten eine immer konstruktive Zusammenarbeit, die von Freundschaft getragen wurde. Aufsichtsrat und Vorstand und alle Mitarbeiter der InterFace AG bedanken sich ganz herzlich bei ihm für seinen großen Einsatz über viele Jahre bei InterFace.

Ich wünsche Thomas alles Gute für die Zukunft.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe InterFace’ler,

gestern beim Aufräumen – Barbara und ich verlassen ja unserer Lebenssituation angemessen im Frühling unser großes Haus und ziehen in ein kleines – habe ich das Skript der Ansprache gefunden, die Thomas Vallon im Jahr 2000 anlässlich meines fünfzigjährigen Geburtstag gehalten hat. Ich habe mich wieder sehr über seine Worte gefreut. Das ist gerade ein Dutzend Jahre her.

Im Jahre 2000 gab es noch die DM, die ziemlich genau zwei Jahre vor meiner Geburt als gültiges Zahlungsmittel in der „Trizone“ eingeführt wurde. Die Welt hat sich in diesen zwölf Jahren wesentlich verändert. So auch die InterFace. Allein unser Kernunternehmen, die AG, hat in den letzten sechs Jahren seinen Umsatz und Ertrag annähernd verdoppelt. Wir konnten uns regional ausweiten und haben begonnen, gemeinsam mit Freunden die InterFace-Gruppe aufzubauen. Am Markt haben wir an Relevanz gewonnen, die Reputation und das Renommée unseres Unternehmens sind stetig gestiegen.

Das alles ist ein Grund zur Freude und macht uns Mut. Aber gelegentlich frage ich mich, wie das alles möglich war und ist?

Die Antwort scheint mir einfach.

Das alles konnten wir nur gemeinsam schaffen. So möchte ich mich für Euer Mitwirken in 2012 und die Jahre davor ganz herzlich und persönlich bedanken!

Und:
Letzen Ende sind wir alle „Manager“. „Managen“ ist gar nicht schwer. Zwar ist Zukunft nicht vorhersagbar und Entscheidungen erfolgen immer unter Unsicherheit. Wenn es uns aber gelingt, ein wenig öfters das Richtige denn das Falsche zu entscheiden und dann auch noch öfters das Gute denn das Schlechte zu machen, dann geht es uns gut. Diese schlichte Erkenntnis vertritt sogar schon prominente „Akademica“ im Bereich der Management Forschung.

Mein Weihnachtswunsch ist so ganz einfach: Dass wir uns auch in Zukunft wieder öfters für das Richtige und gegen das Falsche entscheiden mögen. Und bei unseren Handlungen das Gute machen und das Schlechte sein lassen! Dann werden wir auch gemeinsam die vielleicht ein wenig komplexe und immer überraschende Zukunft ganz gut hinkriegen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen wie Euren Familien und Freunden ein erholsames und frohes Fest, einen wunderschöne Rutsch und ein gelingendes Jahr 2013.

Ihr
Roland Dürre