IF Open - InterFace AG

Auch so geht Consulting …

10. Oktober 2012

Von Zeit zu Zeit wird der Consultant von besonderen Kundenwünschen überrascht. So bekam ich einmal die Anfrage, ob ich neben meiner eigentlichen Aufgabe ein „kleines“ Projekt übernehmen könne. Natürlich sage ich nicht nein und schaue mir die Aufgabe an.

Die Ausgangslage
Der Kunde unterhält eine eigene Entwicklungsabteilung für größere und kleinere Projekte. Diverse Server für die Entwicklung sind über das Gebäude verteilt, Administration und Wartung nicht standardisiert. Ebenso verhält es sich mit Backup und Recovery. Der Zeitraum bis zur Einrichtung von neuen Servern wird von der Entwicklung als zu lang empfunden. Das soll kurzfristig verbessert werden.

Die Aufgabenstellung

  • Schaffung einer zentralen Entwicklungsplattform mit eigener Infrastruktur.
  • Verlustfreie Ablösung der Alt-Systeme.
  • Schnelle Bereitstellung von Windows- und Linux-Servern.
  • Die Kosten minimal halten.
  • Personelle Ressourcen möglichst nicht anfordern.

Die Hardware
Als Hardware steht ein Rack mit 4 kleinen und 6 großen Servern, 2 Switches und einem Bandsystem zur Verfügung. Wobei die kleinen Server mit 2 Quad-Core CPU, 4 GB RAM und 1,5 TB Plattenkapazität in Raid 5 bestückt sind. Die großen Server sind mit 4 Quad-Core CPU, 64 GB RAM und wenig Plattenspeicher ausgestattet.

Die Planung
Auf Grund der Anforderungen ist klar, dass nur eine Virtualisierungsplattform in Frage kommt. Von den gängigen Systemen zeichnet sich VMware vSphere durch die besonders umfangreiche Unterstützung von Windows- wie auch Linux-Betriebssystemen aus.

Auch die vorhandene Hardware entspricht den Kompatibilitäts-Leitfäden von VMware.

Passend zur IT-Infrastruktur beim Kunden werden Windows Domain Controler, Active Directory, Sharepoint, Exchange in die Planung aufgenommen.

Mangels eines zentralen Storagesystems sollen diese Rolle zwei kleinere Server als NFS-Server Linux übernehmen.  Ein weiterer Server wird als File-Server und Basis für den EMC Networker fungieren. Der vierte Server verbleibt als Reservesystem.

Die 6 großen Server sollen mit VMware ESXi 4.0 ausgerüstet werden. Sämtliche Infrastruktur, außer Networker, ist auf virtuellen Servern vorgesehen.

Die Sicherung der virtuellen Server wird durch VMware Consolidated Backup (VCB) realisiert (keine Lizenzkosten).

Der Grundschutz für normalen Schutzbedarf wird bei jedem Schritt berücksichtigt.

Die Ausführung

  • Server mit VMware vSphere Standard ausstatten
  • Linux-Server als NFS-Server aufbauen
  • Shared Storage für ESXi-Servern konfigurieren
  • vCenter Server aufbauen (SQL-Server 2005 Express)
  • Cluster einrichten (Cluster: Zusammenfassung der Ressourcen aller Hosts)
  • Aufbau zweier virtueller Windows 2008 Server als Domaincontroller 1 und 2, Active Directory und Sharepoint
  • Aufnahme der ESXi-Host ins AD; Nutzung des Domaincontrollers 1 als NTP für alle Server
  • Aufbau eines physikalischen Servers mit Windows 2008 Server als Fileserver
  • Installation und Einrichtung EMC Networker, Integration des Bandrobots
  • Einrichten eines VCB-Proxy auf Windows 2003 Server
  • Aufbau eines virtuellen Windows 2003 Servers für ServerView; Integration aller physikalischen Server über separaten Switch
  • Aufbau VMware Update Manager
  • Beginn der Virtualisierung physikalischer Server mit VMware vCenter Converter
  • Erstellung von Templates für diverse Linux- und Windows-Server

Inzwischen besteht dieses kleine „Rechenzentrum“ aus etwa 60 Servern für die verschiedensten Verfahren. Es laufen unterschiedliche Linux- und Windows-Server zum Teil mit Oracle- oder SQL-Server Datenbanken.

Natürlich habe ich alle diese Aufgaben nicht alleine bewältigen können. Sowohl von Kollegen der InterFace AG wie auch vom Kunden kam hervorragende Unterstützung.

Ausblick
Demnächst steht die Migration auf VMware vSphere 5.1 ins Haus. VMware verspricht Verbesserung auf allen Ebenen. Insbesondere bei der Sicherheit und weiterer Automatisierung von Aufgaben. Sehr interessant ist die Ankündigung der neuen Backup/Recovery-Lösung für virtuelle Server mit eingebauter Deduplizierung (Avamar) ohne die Notwendigkeit von Agenten in den virtuellen Server.

Um es zusammen zu fassen: Alle Seiten sind zufrieden. Der Kunde erhält eine „relativ“ kostengünstige Lösung. Die Entwickler werden schnell bedient und haben einen Ansprechpartner. Dem Consultant macht die Arbeit Spaß.

Zum Abschluss mein Lieblingsspruch in diesem Projekt: Warum machen wir das? Weil wir es können!

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