IF Open - InterFace AG

Gestern war unsere Weihnachtsfeier. Wir hatten ein volles Haus und tolle Musik. Im Trubel wollte ich die vorbereitete Weihnachtsrede nicht komplett halten und habe nur vom Start der InterFace in 1984 berichtet. Hier die nicht gehaltene Rede in vollem Umfang:

Roland CEO2014 ist/war für mich das letzte Jahr als Vorstand der InterFace AG. So ist dies heute meine letzte Ansprache.

Auf all die Jahre bei InterFace blicke ich gerne zurück, auch auf das Letzte. Obwohl dies sicher nicht das einfachste unserer Geschichte war.

Begonnen hat es Anfang der 80iger Jahre. Wolf Geldmacher und ich hatten uns gefunden und planten 1983 zu gründen. Im April 1984 gingen wir nach intensiver Vorbereitung an den Start. Es war die “InterFace Connection Gesellschaft für Kommunikationssoftware und Datenverarbeitung mbH”.

Wir wussten, dass der Erfolg eines Unternehmens auf drei Voraussetzungen basiert:
“Nutzen stiften”
Unsere Dienstleistungen und Produkte soll der Markt brauchen.
“Bedürfnisse befriedigen”
Die Menschen im Unternehmen müssen mit Mut und Freude arbeiten können.
“Sinn ermöglichen”
Wir alle müssen unserer Arbeit einen Sinn geben können.

Vor mehr als 30 Jahren sind wir im Umfeld UNIX mit der Entwicklung unseres Textsystemes HIT-CLOU gestartet! Und das war ein Volltreffer, alle Menschen im Unternehmen folgten unserem Stern! Nur so konnten wir mit unserem kleinen Team ein großes Wunder vollbringen. Schnell ging es steil bergauf. Ich möchte ich an dieser Stelle ganz besonders die Kollegen der ersten Stunde begrüßen.

Auch nach dem Ausscheiden von Wolf sind wir unserem Leitstern gefolgt. Das war nicht einfach. So ein Stern verschwindet mal hinter den Wolken oder hinter einem Berg. Ab und zu kommt man in den Wald und muss weitergehen, ohne den Himmel zu sehen. Oder der gerade Weg ist versperrt und ein Umwege muss gegangen werden.

Im Lauf der Jahrzehnte ist die InterFace gewachsen. Menschen kamen und gingen. Aufgaben und Geschäftsmodelle haben sich verändert. Die Umwelt wirkte auf das Unternehmen kräftig ein. Die InterFace als (öko-)soziales System wird von Menschen gestaltet. Über all wo Menschen zusammen kommen, “menschelt” es. Systeme verselbständigen sich auch gerne. Auch wenn es nicht immer einfach war, aber wir haben das „System InterFace“ immer wieder auf Kurs gebracht.

Ziemlich genau 15 Jahre nach der Gründung hatten wir bei InterFace schon mal eine vergleichbare Situation. Das war vor 15 Jahren. Es scheint zu sein, das wir alle 15 Jahre in eine Krise geraten und diese überwinden müssen. So wünsche ich mir, dass die nächste Krise erst wieder in 15 Jahren eintreten möge :-). Ganz ohne Krisen geht es im Leben von Menschen wie von Unternehmen wohl nicht.

Vor ein paar Jahren kam die InterFace vom Kurs ab. Nur ein klein wenig und kaum merkbar. Dann ein wenig mehr. Gegen den Willen der Vorstände. Uns ging es wie dem konzentrierten Arbeiter im Zimmer, der nicht merkt, wie es dunkel wird. Und dann überrascht ist, dass die Dämmerung plötzlich da ist und er das Licht einschalten muss.

So fuhr das Schiff immer ein wenig mehr in eine ungewünschte Richtung. Die Ursachen waren nicht so recht erkennbar. In der Retrospektive hierzu gibt es viele verschiedene Erklärungen, die ich hier nicht strapazieren möchte.

Die Fähigkeit zum Handeln ging verloren, Unzufriedenheit machte sich im und um den Vorstand herum breit, Uneinigkeit führte zur Handlungsunfähigkeit, die für das Unternehmen gefährlich gefährlich hätte werden können. Daran zerbrach der Vorstand in diesem Sommer, der Aufsichtsrat musste sich einschalten und die Folgen kennen wir.

Jetzt gehen wir wieder auf Kurs! Das ist für all die Menschen, die fürs Unternehmen arbeiten wichtig und natürlich auch fürs Unternehmen. Ich mag die InterFace genau dann wenn es ein Unternehmen ist, das folgende Bedingungen so in etwa erfüllt.

  • Alle Menschen können dort ihre verschiedenen Rollen mit Mut und Freude erfüllen.
  • Einen angstfreien Raum anbietet und die Entfaltung von Leben fördert.
  • In seinen Strukturen einfach bleibt und Überregulierung vermeidet.
  • In dem eine Kultur des Miteinanders auf Augenhöhe gepflegt wird.
  • Die Teams im gemeinsamen Verständnis von Erfolg zusammenarbeiten.
  • In dem jeder seiner Arbeit einen Sinn geben kann.
  • In dem Selbstorganisation gelebt wird.
  • In dem kein hierarchischer Tannenbaum die eigentliche Organisation überdeckt.
  • Das sich vor allem um seine Kunden und Mitarbeiter kümmert und nicht mit sich selbst beschäftigt.
  • Das den richtigen Kompromiss zwischen “Büro-Cracy” und “Holo-Crazy” lebt (und da ist mir persönlich ein wenig mehr “Holy-Cracy” lieber als zu viel “Büro-Cracy”).
  • In dem der gesunde Menschenverstand das Sagen hat.
  • In dem Führung als Dienst gesehen wird und die Führenden sich nicht wie Sonnen-Könige und Fürsten gebärden.
  • In dem Geist und Haltung (Geisteshaltung) stimmen.
  • Das im Sinne von Gemeinwohl-Ökonomie wirtschaftet (wie in der Bayerischen Verfassung gefordert).
  • In dem die Gremien des Unternehmens fürs Unternehmen arbeiten (und nicht für persönliche Zwecke benutzt werden)
  • Das den Menschen dient und nicht zum Selbstzweck wird.

Ich kenne viele Unternehmen im IT-Markt und meine, dass wir im Schnitt gut abschneiden – sogar wenn wir mal schwächeln. Dies wird durch Vertrauen ermöglicht. Vertrauen entsteht aber nicht durch Beauftragung von Rechtsanwälten und Schreiben von Verträgen, sondern durch “Ehrliches Handeln”, “vertrauensvolle Zusammenarbeit” und “Offene Kommunikation”. Vertrauen hilft gegen naive Feindbilder und dumme Unterstellungen.

Die Feinde auch der InterFace sind “interne Politik machen”, “Bürokratie mehren” und “Dogmatik anwenden”. Schlimm wird es, wenn das Gemeinsame aus Eigennutz beschädigt wird, gleich ob vorsätzlich oder leichtfertig. Zu all diesen Auswüchsen sage ich mal NO!

Ich verabschiede mich jetzt aus dem Vorstand der InterFace. IHR bleibt dabei und Ihr seid das Unternehmen! Ihr habt es in der Hand. Sorgt dafür dafür, dass wir die erfolgreichen “Champions im Verbund” bleiben! Dann bleibe ich gerne beim Unternehmen und unterstütze Euch aus der Distanz des Aufsichtsrats mit voller Kraft.

Und bitte die (wenigen) von Euch, die es noch nicht verstanden haben, auch daran zu denken, dass man „den Ast, auf dem man sitzt, nicht absägen sollte“.

Meine Themen im AR werden sein:

  • Eine konstruktive Geisteshaltung zu untersützen.
  • Dafür zu sorgen, dass der “Kunde” im Mittelpunkt unseres Denkens bleibt.
  • Sinnkopplung von Leben und Arbeit für alle Kolleginnen und Kollegen zu ermöglichen.
  • Mein Netzwerk für die Zukunft der InterFace AG einzusetzen.
  • Als Aktionär werde ich nachhaltiges Wirtschaften einfordern.

Die IF braucht in Zukunft weniger “institution&constitution”. Vielmehr brauchen wir mehr Intuition, gesunden Menschenverstand und ein klares Commitment aller zu einem modernen, agilen, schlanken und transparenten Unternehmen. Hierzu ein klares GO!

Der Vorstand besteht jetzt aus Dr. Christof Stierlen, Maximilian Buchberger und Paul Schuster. Die drei Kollegen haben mein volles Vertrauen. Ihnen wünsche ich möglichst oft das richtige Händchen und uns allen das gewisse Quentchen Glück, das man im Leben immer so gut brauchen kann.

Vor allem wünsche ich jetzt aber Euch allen – liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Familien, liebe Freunde und liebe Gäste – und der InterFace nur das Beste. Und uns allen heute ein schönes Fest, ein frohes Weihnachten und ein gelingendes neues Jahr 2015.

Roland Dürre

Der Johannes hat auf unserer Weihnachtsfeier fleißig fotografiert. Vielleicht stellen er und Florian ja vielleicht bald einen Bericht von unserer Weihnachtsfeier mit wunderschönen Fotos ein.

Kein April-Scherz!

1. April 2014

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InterFace wird 30 Jahre!

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Und das ist kein April-Scherz!

Denn am 1. April 1984 haben wir in München in der Unterföhringer Straße unsere kleine aber feine Programmierstube eröffnet.

Zu unserem Geburtstag haben wir uns mit einer History-Wall beschenkt! Wir freuen uns, wenn Sie mal bei Gelegenheit rein schauen. Und natürlich feiern wir unseren Geburtstag auch – und machen am Freitag, den 27. Juni 2014 eine große Party mit einem spannenden Workshop am Nachmittag.

Hier finden Sie Ihre Einladung. Anmeldung per E-Mail, Stichwort 30 Jahres Feier!

Barcamp am Blue Friday

6. Februar 2013

Am nächsten Blue Friday am 22. März 2013 würde ich gerne das erste InterFace-Barcamp „IFCamp“ durchführen. Zur Erinnerung:

Bei InterFace haben wir schon mal einen Open Space durchgeführt. Der fand am 4. Dezember 2009 in Unterhaching statt. Viele von uns hatten damals einiges an Spaß und Erkenntnisgewinn. Es entstand ein Tagungsband, InterFace’ler finden diesen in unserem IF-Wiki. Damals waren Studenten der TUM (unser Team von unternehmerTUM) mit dabei. Unsere jungen Gäste haben damals wertvolle Außenansichten in unsere Diskussionen eingebracht (Wie sehen uns andere?).

An diese Veranstaltung möchte ich am nächsten BlueFriday (22. März 2013) gerne mit dem Barcamp IFCamp anknüpfen. Ein IFCamp an unserem Blue Friday soll natürlich vor allem der Weiterentwicklung von InterFace dienen und den Menschen zu Gute kommen, die für InterFace arbeiten und von InterFace leben.

IFCamp als Barcamp soll und muss offen bleiben. Dennoch ist es nützlich, im Vorfeld darüber nachzudenken, wie wir uns und die InterFace AG stärken können oder was wir eventuell bei uns verändern sollten. Als vorläufige Metapher für unser Barcamp würde ich vorschlagen:

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Betriebsausflug

2. Juli 2012

Angefangen hat der diesjährige Betriebsausflug nicht gut. Am Donnerstag Abend, nach einem kurzen Besuch im Biergarten des Althachingers ging eine Gruppe zum “Public Viewing” im Seminarraum von InterFace. Das Streaming war katastrophal, aber manches wollte man besser gar nicht sehen.

Am Freitagmorgen fing der Tag auch nicht vielversprechend an, heftiges Gewitter und sturzflutartiger Regen auf der Fahrt zu InterFace.

Aber dann  – pünktlich um 8:15 – war unser Luxus-Doppeldecker mit Fahrer André da. Ebenso alle, die mitfahren wollten.So gings pünktlich in Unterhaching los und nach angenehmer Fahrt konnten bei Wolfratshausen noch vier “Zusteiger” zu uns in den Bus steigen. Weiter zum Parklatz im Zentrum von Garmisch, wo uns die ortskundigen Führer Rainer und Katrin erwarteten.

Die große Schanze

Die Sonne kam raus und gemütlich spazierten wir in Richtung Skistadion zu Leiner´s Radl Bistro.

 

 

 

 

schattige Pause

 

 

 

Hier gabs, inzwischen war es Mittag und es schon recht warm, schattige Plätze, genug zu trinken, Weißwürste, Brezen und Nudeln mit Tomatensauce.

 

 

Um ein Uhr war dann Gruppenbildung:

  • 1. Gruppe – Besichtigung der großen Olympiaschanze Garmisch-Partenkirchen, – eine seltene Gelegenheit
  • 2. Gruppe – Erlebnisreiche Wanderung durch die Partnachklamm (Naturdenkmal) – die schattige Variante
  • 3. Gruppe – mit der Eckbauerbahn hinauf und in weitem Bogen hinunter durch die Partnachklamm zurück zum Skistadion – die sportliche Variante

Ich war bei Gruppe 3 dabei, schon die Fahrt mit der nostalgisch anmutenden Eckbauerbahn, wo in jede Gondel 2 Personen passen, war wunderschön, allerdings hats gedauert bis schließlich alle oben waren und los marschieren konnten. Und dann herrliche Blicke auf den Karwendel und bald in schattigen, Serpentinen hinunter zum Graseckhof.

Himmel der Bayern, so stehts auf der Gondel

Stehen bleiben und schaun

 

Hier eine “Eis-Rast” und dann weiter hinunter zur Partnach. Es ist schon klar, dass wir nicht pünktlich um 15 Uhr wieder zurück sein werden. Wir sind zwar flott unterwegs, aber hier ein Eis und dort ein Foto, mal warten bis auch der letzte Mann wieder bei uns ist, es dauert länger als unsre Führer geplant hatten.  Aber es ist schön, der Weg durch die Klamm, ein faszinierendes Naturschauspiel.

In der Partnachklamm

 

Endlich zurück am Bus ist klar, die Nürnberger Kollegen, die schon früher mit dem Zug zurück wollen fahren, müssen direkt zum Bahnhof. Schade!

Die anderen dürfen weiter auf einem schmalen Bergsträßchen, das André aber prima bewältigt hinauf zum Pflegersee. Der Platz ist wunderschön und das Wetter auch, die schwarzen Gewitterwolken über der Zugspitze sind verschwunden oder von hier nicht zu sehen.

Stolz präsentiert der Wirt das Spanferkel und wir genießen die Grießnockerlsuppe, das Spanferkel und hinterher Eis.

Um sieben Uhr, später als geplant, aber es war so schön, steigen wir in den Bus und André fährt uns ruhig zurück nach Unterhaching.

Ein wirklich schöner Tag mit Traumwetter und tollem Programm geht zu Ende. Hier vielen Dank an Katrin Sassenbach und Rainer, die das Programm gestaltet und uns perfekt durch den Tag geführt haben.

Der Vortrag vom Blue Friday ist als Video verfügbar!

Am 23. März hat Dr. Matthias Keßler am Blue Friday der InterFace AG in Unterhaching einen tollen Vortrag zum Thema Ernährung und Rohstoffe gehalten.

Hier ist sein Vortrag „Bier und Rohstoffsicherung“ in voller Länge!

Anschauen lohnt sich!

Das Video wurde von Friedrich Lehn produziert.

Nächsten Freitag finden unser letzter Blue Friday des Jahres 2011 und unsere Weihnachtsfeier statt. Nach den Team-Meetings am Vormittag werden wir nach dem gemeinsamen Mittagessen zwei interessante Vorträge hören.

Dr. Frank Holl wird einen bebilderten Vortrag halten.

Alexander von Humboldt – die Wiederentdeckung eines Entdeckers

Alexander von Humboldts Expeditionen und seine Weltsicht faszinieren uns heute vermutlich mehr als andere Generationen zuvor. Das globale Denken des Forschers aus Tegel, seine weltweite Kommunikation, seine ökologische Weltauffassung und seine Forderung nach einem respektvollen Miteinander aller Kulturen zeigen ihn heute als einen hochaktuellen, wegweisenden Wissenschaftler.

Mit seinen klimatologischen Studien wies er als einer der Ersten auf den Einfluss des Menschen auf das Klima hin. Auch in seinen primär wissenschaftlichen Schriften verteidigte Humboldt die Menschenrechte, klagte Rassismus und Sklaverei an, forderte die rechtliche Gleichstellung aller Bürger und Zugang zu Wissen und Bildung für alle. In Lateinamerika, das er von 1799 bis 1804 bereiste, gilt er als Vordenker der Freiheitsbewegung und wahrer Entdecker des Kontinents, in Europa als letzter Universalgelehrter, in Deutschland als größter Forschungsreisender der Nation.

Durch TV-Dokumentarfilme, Ausstellungen und Neu-Editionen seiner Werke sowie durch Daniel Kehlmanns pseudo-historischen Roman „Die Vermessung der Welt“ wurde er einem Millionenpublikum bekannt. mehr »