IF Open - InterFace AG

Update: Claus Vormann hat einen wunderbaren Artikel über das agile.ruhr Camp geschrieben.

 

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Mehr Infos unter dem Hashtag #arc15 oder auf http://agile.ruhr.

Roland Dürre, 64, Gründer und Ex-Vorstandsvorsitzender der InterFace AG, zu seinem Wechsel in den Aufsichtsrat des Unternehmens und zu zukünftigen Vorhaben in seinem „neuen“ Leben.

Hallo Roland, nach 31 Jahren nimmst Du Abschied von „Deiner“ InterFace! Wie geht es Dir?
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Danke – es geht mir richtig gut. Nach 31 überwiegend sehr schönen Jahren bei und mit der InterFace AG, beginnt für mich ein neues Leben und ich versuche noch mehr als davor genau das zu machen, was ich wirklich will.

 

 
Du überlässt das operative Geschäft zum neuen Jahr Deinen Vorstandskollegen. Wie schwierig ist das für Dich?
_MG_2849Abschied tut weh :-). Gerade von einer solchen Rolle. Meine Nachfolger machen es mir jedoch leicht, da sie ihr Handwerk verstehen und ihre Aufgabe innerhalb der Unternehmensführung sehr ernst nehmen. Ich weiß, wie schwierig das Geschäft ist und habe in der Vergangenheit eine Reihe von Fehlern gemacht. Insofern erwarte ich von meinen Nachfolgern nicht, dass sie immer das Richtige tun. Ich gehe davon aus, dass sie weniger Fehler machen werden als ich, was sich sicherlich positiv auf die Unternehmensentwicklung auswirken wird. Und dann sind da noch die vielen tollen Mitarbeiter der InterFace AG, die ein enormes Potential darstellen. Ist das nicht wunderschön?

Wie startest Du Dein Amt als Aufsichtsratsmitglied?
_MG_2855Mit neuen Ideen. Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand möchte ich im Sinne eines konstruktiven Diskurses intensivieren. “Lebendige Berichte” und ein paar Zahlen sind mir lieber als viel “Prosa”. In der Kommunikation würde ich gerne moderne Werkzeuge einsetzen und etablieren. So könnte ich mir anstelle von E-Mail und Telefon eine kleine Community mit gemeinsamer Dokumentenablage sehr gut vorstellen, um die Arbeitsabläufe zu optimieren.

Auch die Ziele sind klar: Die Menschen im Unternehmen und unsere Kunden sind das wichtigste Gut. Der Umgang mit den Ressourcen des Unternehmens muss verantwortungsvoll erfolgen. Zudem wäre eine explizitere Orientierung an der “Gemeinwohl-Ökonomie” wünschenwert. Die InterFace AG soll ein “gutes” Unternehmen sein. Nur so kann eine Wertigkeit entwickelt werden, die allen Stakeholdern nutzt.

Persönlich interpretiere ich die Rolle eines Aufsichtsrates mehr als die eines Mentors denn eines “Kontrolleurs”. Die Hauptaufgabe eines Aufsichtsrates sollte es sein, die Vorstände beim “Steuern und Führen” des Unternehmens zu unterstützen. Das will ich nach Kräften tun, gerne auch durch das Einbringen meiner Netzwerke und Kontakte.

Planst Du neue Geschäfte? Wenn ja, welche?
_MG_2886In der Tat habe ich nicht vor mich zur Ruhe setzen. Ich möchte in meinem “neuen Leben” die Prioritäten verschieben und weniger ans Geschäft denken. Ich vertrete die Meinung: Wenn man das “Richtige” tut, kommt der Erfolg von selbst. So will ich die IF-AGORA GmbH zu einer Agentur für Veränderung ausbauen. Das passt gut, weil Veränderung nur mit gebündelter Erfahrung und dem Wissen, sprich der “Weisheit der Vielen”, gelingen kann.

Und für alle, die es noch nicht wahrhaben wollen: Wir müssen dringend unsere Art zu leben verändern – privat, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Für eine lebenswürdige Zukunft der nach uns kommenden Generationen. Daran ein wenig mitzuwirken ist mir ein großes Anliegen.

Ganz zu Beginn des Jahres 2016 habe ich vor eine große “Unkonferenz für Aktive Mobilität” (#AktMobCmp) in Unterhaching zu organisieren. Die Gemeinde Unterhaching unterstützt mich diesbezüglich in toller Art und Weise. Auch “Mitmacher” habe ich bereits viele gewinnen können.

“Nebenher” unterstütze ich noch ein paar Startups, die glücklicherweise ganz zufrieden mit mir sind :-). In diesem Umfeld entstehen immer spannende Geschichten.

Was bringt Dein Privatleben nach der Zeit bei InterFace alles mit sich? Gibt es konkrete Planungen?
_MG_2885Was wäre das Leben ohne konkrete Vorhaben? Aktuell laufen Vorbereitungen für eine Radtour durch Kuba im Februar. Überhaupt möchte ich die Radtouren gemeinsam mit meiner Frau Barbara in den nächsten Jahren intensivieren. 2015 stehen so noch Tschechien, Frankreich und Südtirol/Italien auf unserer Radel-Liste. Auch ein Zelturlaub mit der ganzen Familie in Griechenland ist geplant. Ein paar Dinge, wie das Schachspiel, kamen in den letzten Jahren zu kurz. Diesen möchte ich zukünftig wieder mehr Raum geben. Weitere mir wichtige Aktivitäten, wie das regelmäßige Schwimmen, sollen in die Routine des neuen Alltags stärker integriert werden.

Und schließlich habe ich seit Anfang 2014 eine kleine Enkelin, der ich auch etwas Zeit widmen möchte. Ein zweites Enkelkind soll im Sommer dazu kommen. Das wird dann in China geboren. Eine Reise nach Fernost ist somit auch fest in Planung.

Welche Erwartungen hast Du an die Zukunft/Entwicklung von InterFace?
Besondere Erwartungen gibt es nicht. Ich bin zufrieden, wenn der schöne Trend der letzten 30 Jahre fortgesetzt wird. Anscheinend haben wir ja alle 15 Jahre bei der InterFace AG eine kleine Krise. Im letzten Jahr war es ja mal wieder so weit. Es wäre schön, wenn die nächste erst wieder in 15 Jahren kommen würde.

Vielen Dank für Deine Zeit!